Winter
Wenn der Winter das rheinhessische Hügelland in eine ruhige, klare Stille hüllt, zeigt sich die Kulturlandschaft von ihrer auf das Wesentliche reduzierten Seite. Das weite Rebenmeer präsentiert sich in kahl-grafischen Linien, während frostige Nächte und eiskalter Raureif die Rebstöcke, Hecken und Wiesen in ein glitzerndes, weißes Kleid tauchen. Oft liegt an kalten Tagen ein sanfter, mystischer Nebel über den Tälern, der die Konturen der Dörfer, alten Weinbergshäuschen und einsamen Türme sanft verschwimmen lässt.
Für die Natur- und Landschaftsfotografie ist diese kühle Jahreszeit eine Zeit der klaren Kontraste und des besonderen, sanften Lichts. Wenn die tiefstehende Wintersonne für wenige Stunden über die gefrorenen Hänge streicht, Rehe auf den schneebedeckten oder reifbedeckten Feldern äsen und an den zugefrorenen oder nebelverhangenen Ufern von Altrhein und Ried Wasservögel Schutz suchen, entstehen Aufnahmen von schlichter, eindringlicher Schönheit. Jeder Spaziergang im Frost offenbart im Makrobereich zudem filigrane Eiskristalle, gefrorene Tautropfen und die grafischen Strukturen schlafender Pflanzen.